Die Bildungsplattform SHOAH STORIES ermöglicht historisch-politisches Lernen mit kurzen Videos in Zeiten grassierender Desinformation
„Hallo TikTok! Was denkt ihr über KZ-Gedenkstätten, die TikTok Videos machen?“ In dem neunundvierzig Sekunden langen Video spricht eine junge Frau. Sie steht vor den historischen Überresten des ehemaligen Konzentrationslagers Mauthausen in Österreich. Die Gedenkstätte war eine der ersten, die Anfang 2022 auf der populären Kurzvideoplattform aktiv wurde, die damals vor allem für lustige Tanzvideos und Unterhaltung bekannt war (vgl. Ebbrecht-Hartmann/Divon 2024). Mittlerweile produzieren über siebzig Institutionen weltweit kurze Videos für TikTok oder Instagram, um über NS-Geschichte aufzuklären und an den Holocaust zu erinnern. Damit wollen sie die Sichtbarkeit für diese Themen erhöhen und insbesondere junge Menschen erreichen, die wenig über diese Geschichte wissen.
Umkämpfte Räume
Der Erfolg von Gedenkstätten und anderen Bildungsinitiativen, die mit kurzen Videos Geschichte vermitteln, lässt sich sehen. Bis Ende 2025 hatten sie bereits mehr als 7.000 Videos geteilt, die allein auf TikTok mehr als 3,6 Millionen Mal angeklickt wurden. Über 1 Millionen Nutzer*innen folgen ihren Accounts auf der Plattform. Aber die Entwicklungen vergangener Jahre trüben die Hoffnung, mit den Erklärvideos Holocaustleugnung, Relativierung, steigendem Antisemitismus und Online-Hass etwas entgegenzusetzen.