Außerschulische Bildung 2/2026

Das fehlte noch!

Das Integrationsmodell politische Bildung und Demokratiebildung

Politische Bildung, Demokratiebildung, Demokratiepädagogik, Demokratiearbeit, Demokratieförderung – die Begriffs- und Konzeptvielfalt scheint unübersichtlich, die Debatten oft unversöhnlich. Dabei ist eine Verständigung zwischen nonformaler politischer Bildung und sozialpädagogischer Demokratiebildung längst überfällig. Das Modell dafür gibt es schon. von Helle Becker

Es ist aber auch verwirrend: Begriffsbestimmungen und Konzepte sind von verschiedenen disziplinären und institutionellen Perspektiven und Denktraditionen geprägt. So verläuft die Diskussion im Kontext von Schule zwischen Schulentwicklung (Demokratiepädagogik) und Politikunterricht (politische Bildung), zunehmend auch anhand des Begriffs Demokratiebildung. Demokratiebildung und Demokratiepädagogik werden in Bezug auf Schule mal synonym, mal jeweilig als Dach für schulpädagogische und fachdidaktische Theorien und Konzepte verstanden. Davon zu unterscheiden ist ein sozialpädagogisches Konzept von Demokratiebildung, das im Kontext der Angewandten Sozialwissenschaften bzw. Sozialen Arbeit und von Jugendarbeit angesiedelt ist, sowie ein wissenschaftlich wenig ausformuliertes, eher in der Praxis tradiertes Konzept außerschulischer politischer (Jugend-)Bildung. Letzteres orientiert sich zwar traditionell an fachdidaktischen, also schulischen Konzepten, teilt aber mit der sozialpädagogischen Demokratiebildung mindestens die institutionalisierten Strukturprinzipien, wie Freiwilligkeit und Partizipation sowie fachliche Prinzipien wie Subjekt- und Lebensweltorientierung.

Als sei dies noch nicht herausfordernd genug, signalisieren alle Begriffe, quer zu ihren Wissenschafts- und Praxiskontexten, politische Relevanz und Förderungswürdigkeit. Dieser strategische Einsatz von Begriffen für die politische Argumentation verstärkt die kontroverse Dynamik der Debatten und deren Unübersichtlichkeit.

Miteinander reden