Die Graphic Novel „Wo ist Lotte?“ – Erinnern in Bildern erzählt die Lebensgeschichte von Lotte Sondheimer, einer modernen, weltoffenen Frau, die von den Nationalsozialisten verfolgt wurde. Sie vermittelt auch die Suche nach Spuren, Erinnerungen und Wissen über die NS-Zeit. Die Graphic Novel wurde gezeichnet und erzählt von der Künstlerin Hanna Brinkmann.
Ein Brief aus der Sammlung des Arolsen Archives wurde für die Schüler*innen des Grimmelshausen-Gymnasiums in Gelnhausen zum Ausgangspunkt eines besonderen Projekts: Gemeinsam mit dem Team Education der Arolsen Archives und der Künstlerin rekonstruierten sie Lottes Geschichte. Über mehrere Monate sichteten die Jugendlichen Dokumente, ordneten Fakten, erarbeiteten ein Storyboard – und lernten dabei, wo Grenzen zwischen gesicherten Informationen, Interpretation und künstlerischer Freiheit verlaufen.
Das Ergebnis: eine berührende Graphic Novel, die Vergangenheit sichtbar macht. Dabei entwickelten die jungen Menschen ein feines Gespür dafür, wie Geschichte erzählt werden kann und welche Verantwortung damit einhergeht. Mit viel Einfühlungsvermögen und starkem zeichnerischen Ausdruck hat Hannah Brinkmann Lottes Lebensweg in Bilder übersetzt, immer unterstützt von dem Wissen, den Ideen und den Perspektiven der Jugendlichen. Die Illustrationen zeigen, was sonst oft schwer greifbar bleibt.
„Wo ist Lotte?“ ist über die Arolsen Archives erhältlich. Die Graphic Novel enthält ein Grußwort von Aleida Assmann, ein Vorwort der Leiterin des Referats Education Birthe Pater, die Graphic Novel mit ausgewählten historischen Quellen, einen Leitfaden für eigene Erinnerungsprojekte, Beiträge der Jugendlichen und der Künstlerin Hannah Brinkmann sowie die Perspektive der betreuenden Lehrerin Christine Bischoff.
Die Workshops zur Entwicklung der Graphic Novel wurden im Rahmen des EU-geförderten Bildungsprogramms „Facts not Fiction“ umgesetzt. Es verbindet historische Recherche mit künstlerischer Praxis und stärkt das kritische Denken junger Menschen.