Außerschulische Bildung 3/2025

European Space

Fachtagung zu aktuellen Herausforderungen politischer Bildung im Kontext europäischer Politikrahmen

Wie gestaltet sich der European Space for Citizenship Education des Europarats? Welche weiteren europäischen Politikrahmen verlangen unsere Aufmerksamkeit und welche Herausforderungen bestehen für die verschiedenen Arbeitsfelder politischer Bildung? Wie wollen wir die europäischen Prozesse aufgreifen und gestalten? – Diese Fragen diskutierten Praktiker*innen aus non-formaler und formaler Bildung, Hochschule und Forschung, Youth Work, Beruflicher Bildung und Erwachsenenbildung aus Deutschland, der Schweiz, Österreich und Belgien. Sie nutzten den Rahmen des LICEAL-Projekts zu Austausch und Diskussion über „aktuelle Herausforderungen politischer Bildung im Kontext europäischer Politikrahmen“.

Organisiert wurde der Fachaustausch zu aktuellen Herausforderungen für politische Bildung vom AdB, der Demokrative. Initiative für politische Bildung (Schweiz) und Zentrum Polis. Politik lernen in der Schule (Österreich) im Kontext der Arbeit des Netzwerks DARE – Democracy and Human Rights Education in Europe.

Politische Bildung und demokratische Bildung müssen als transversale Kompetenz gedacht werden – quer durch formale und non-formale Bildungssettings, durch alle Lebensphasen. Zwischen den Polen Civic Empowerment und Employability, welche grob die konkurrierenden europäischen Horizonte abbilden, steht die Frage: Wie machen wir Menschen handlungsfähig in der Demokratie? Mit dem Referenzrahmen Kompetenzen für eine Demokratische Kultur des Europarats gibt es ein nunmehr auch auf Deutsch verfügbares gemeinsames Bezugssystem, das nicht belehrt, sondern befähigt – mit Kompetenzen, die emotionale ethische, soziale und kritische Dimension demokratischen Zusammenlebens und -lernens zu verbinden. Es gibt bereits viele gute Ansätze und Praxen, aber es mangelt an einer langfristigen, nachhaltigen Finanzierung von politischer Bildung.

In der Diskussion wurde z. B. der Begriff Neutralität kritisch reflektiert, insbesondere im Kontext kontroverser Aushandlungsprozesse und Themen. Als wesentlich wichtiger kristallisierten sich in der Diskussion aber das Kontroversitätsgebot und das Überwältigungsverbot heraus. Politische Bildung muss (und soll) klar positioniert sein, orientiert an den demokratischen Grundwerten. Auch der Kompetenzbegriff wurde kontrovers diskutiert. Es muss um ermöglichende Bildung und Gestaltungsagenden gehen, nicht um Anpassung. Mit dem Kompetenzprofil für Fachkräfte politischer Bildung hat der AdB ein wichtiges Instrument geschaffen, das langfristig hilft, mehr Klarheit über die Profession der verschiedenen Fachfelder zu bekommen. In diesem Sinne wäre es bspw. wichtig, das Profil in die Diskussion um die Umsetzung der European Youth Work Agenda einzubringen, genauso wie als Anstoß auch für den formalen Bildungsbereich zu nutzen. Mit dem Competence Explorer des LICEAL-Projekts hat das DARE-Netzwerk zudem ein komplementäres Instrument geschaffen, das Fachkräften dabei helfen kann, sich in der Terminologie verschiedener Kompetenzrahmen, die für politischer Bildung wichtig sind, zu orientieren.