Außerschulische Bildung 1/2026

Gut aufgestellt? Politische Bildung in Zeiten rechtsextremer Bedrohung

AdB-Fachtagung gibt wichtige Impulse zum Umgang mit aktuellen Herausforderungen

Sind wir in der politischen Bildung gut aufgestellt, wenn es um aktuelle Herausforderungen angesichts rechtsextremer Bedrohung geht? Um diese Frage zu diskutieren und konkrete Anregungen für den Umgang im Bildungsalltag zu finden, trafen sich am 25. und 26. November 2025 ca. 70 politische Bildner*innen im Gustav Stresemann Institut in Niedersachsen e. V. zur AdB-Fachtagung, die die Arbeit am AdB-Jahresthema 2025–2026 „Politische Bildung in Zeiten rechtsextremer Bedrohung“ weiterführte. Sie richtete den Blick nach vorn und rückte strategische und konzeptionelle Antworten auf die Normalisierung rechtspopulistischer/rechtsextremer Ideologien in den Mittelpunkt.

Natascha Strobl, Politikwissenschaftlerin und Autorin, Wien, eröffnete die Tagung mit dem Vortrag „Unsichtbare Linien – sichtbare Wirkung: Wie rechtspopulistische und rechtsextreme Narrative den gesellschaftlichen Diskurs verändern“. Wir leben in multiplen Krisen (Wirtschafts- und Finanzkrise, Klimakrise, soziale Krisen, Krise der Repräsentation), die durch aktuelle Entwicklungen neue Dimensionen annehmen: Nicht mehr der Finanzkapitalismus ist prägend, sondern ein grundlegend anders funktionierender Tech-Kapitalismus, in dem wenige die Wirtschaft bestimmen.

Die soziale Krise lässt immer größere Gruppen zurück, denen es am Notwendigsten für ein menschenwürdiges Leben fehlt. Die Krise der Repräsentation zeigt sich im sinkenden Vertrauen in Institutionen, die Krise der Demokratie darin, dass ein hoher Bevölkerungsanteil nicht wählen darf. Viele empfinden ein diffuses Unwohlsein, selbst bei stabiler eigener Lage. Zugleich erstarken extreme Rechte in Parlamenten und dominieren Diskurse; Social Media schafft neue „Realitäten“; die hegemonialen Nachkriegsparteien verlieren an Bedeutung und der Konservatismus radikalisiert sich.

Was lässt sich tun? Es geht darum, mit Menschen in Kontakt zu treten, Zuversicht zu geben und Zukunft denkbar zu machen. Solidarität ist dabei zentral, denn wer Veränderungen anstößt, wird im Kulturkampf schnell zur Hassfigur und braucht Unterstützung. Dringend notwendig ist zudem die Durchsetzung bestehender Gesetze, insbesondere die Regulierung und Moderation von Social Media – denn es darf nicht sein, dass Einzelne dort die Regeln bestimmen.