Außerschulische Bildung 4/2025

Raumanzüge und Brettspiele werden zum Seminarmaterial

Rückblick auf die Spielewerkstatt zur politischen Bildung

Praktiker*innen aus politischer Bildung, Kinder- und Jugendarbeit sowie verwandten Arbeitsfeldern trafen sich, um Wege zu erkunden, wie gesellschaftspolitische Inhalte mit Leichtigkeit, Tiefe und Spaß vermittelt werden können. Sie schafften einen Ort für kreative, praxisnahe Auseinandersetzung mit Spielen in der politischen Bildung.

Vom 30. Juni bis 3. Juli 2025 kamen mehr als 20 Menschen im Salvador-Allende-Haus in Oer-Erkenschwick zusammen. Unter dem Titel „Spielend lernen in der politischen Bildung“ und organisiert von politischbilden.de in Kooperation mit der Akademie für Kinder- und Jugendparlamente bot das Seminar eine intensive Mischung aus Selbsterfahrung, Theorie und Austausch. Moderiert wurde es von Momo Schaak und Julian Knop vom Bildungskollektiv stuhlkreis_revolte, die mit Energie und spielerischer Expertise durch die vier Tage führten.

Im Zentrum der Veranstaltung stand die Frage: Wie können analoge Spiele – von klassischen Brettspielen über Kartenspiele bis hin zu Rollenspielen – für politische Bildungsarbeit genutzt werden? Die Antwort suchten die Teilnehmenden nicht nur theoretisch, sondern vor allem praktisch: Schon am ersten Nachmittag wurden die ersten Spiele ausprobiert, diskutiert und auf ihre bildungspolitische Wirksamkeit hin reflektiert.

Ein besonderes Highlight war der Ausflug am zweiten Seminartag zum „Raumschiff“ des Waldritter e. V., das in einem ehemaligen Kaufhaus in Herten eingerichtet wurde. Hier erlebten die Teilnehmenden in einem eigens entwickelten Live Action Role Play (LARP) hautnah, wie Rollenspiele gesellschaftliche Themen wie Macht, Teilhabe und Konfliktlösung erlebbar machen können. Die Erfahrung, im Raumanzug durch eine fiktive Gesellschaft zu navigieren, öffnete den Blick auf die Möglichkeiten immersiven Lernens.