Außerschulische Bildung 4/2025

Statement von Ilko-Sascha Kowalczuk

„Deutschland ist eins: Vieles!“ So lautete das Motto der Regierungskommission „30 Jahre Revolution – 30 Jahre Einheit“, der ich die Ehre hatte, anzugehören. Ein treffendes Motto. Und ebenso treffend ist allen Unkenrufen zum Trotz: Die deutsche Einheit ist eine Erfolgsgeschichte. Deutschland und auch Ostdeutschland zählen zu den sichersten, wohlhabendsten und politisch stabilsten Regionen in Europa und auf der Welt. Es ist absurd, dass es heute „Mut“ bedarf, um das zu sagen. Wir müssen raus aus der Schlechtwetterstimmung, raus aus den Erregungsspiralen. Es gibt viel zu tun in unserem Land – gar keine Frage. Viele Gebiete fallen mir ein: Digitalisierung, Abbau der Hyper-Bürokratiesierung, Stadt-Land-Gefälle, soziale Ungleichheiten, soziale Ungerechtigkeiten, Infrastrukturen, Umweltschutz, Rassismus und und und – und nicht zuletzt der gesamte Bildungsfaktor. Aber: „Wir schaffen das!“, weil wir gute Ausgangsbedingungen haben. Deren müssen wir uns vielmehr bewusst sein. Wir brauchen positive Narrative über unser Land, um die Ärmel hochzukrempeln und das Mittun nicht schon angesichts der angeblichen Ausweglosigkeit gleich ganz zu lassen. Demokratie funktioniert nur, wenn auch demokratisch gehandelt, demokratisch eingemischt wird. Freiheit bedeutet ja, sich in die eigenen Angelegenheiten einzumischen, gesellschaftspolitisch aktiv zu werden. Demokratie und Freiheit sind keine Dienstleistungsangebote, sondern funktionieren nur, wenn sie aktiv in Anspruch genommen werden.

Und was ich mir sonst noch wünsche? Dass in der Schule ab der ersten Klasse in jedem Unterrichtsfach Medienkompetenz und Quellenumgang zur Basis eines jeden Schulfachs wird. Die Kulturtechnik „Umgang mit Internet, Sozialen Medien und Digitalisierung“ ist die Herausforderung schlechthin und sollte sich entsprechend in jeder, wirklich jeder Unterrichtsstunde auch spiegeln.