Außerschulische Bildung 4/2025

Tipps und Links zum Thema „Wie einig ist Deutschland? – 35 Jahre nach der Wiedervereinigung“

Zu migrantischen Perspektiven auf die Wende und die Wiedervereinigung gibt es eine Vielzahl von Material, Büchern, Videos etc. Im Folgenden werden beispielhaft einige Quellen benannt:

Mit der Ausstellung der Konrad-Adenauer-Stiftung e. V. „Der untergegangene Staat – Alltag und Leben in der DDR“ soll die DDR-Geschichte für Schüler*innen erleb- und greifbar gemacht werden. Sie ist eine Kombination aus visuell geprägten Ausstellungselementen und einem vertiefenden Online-Angebot. Sie gibt einen Einblick in den Alltag eines Staates, der alle Lebensbereiche der Menschen beeinflusst. Die inneren und äußeren Konflikte der DDR-Bürger*innen werden anhand von typischen Lebensgeschichten sichtbar gemacht, um zu verdeutlichen, welche engen Grenzen der Staat und die ihn tragende Partei setzte – denn diese waren nicht nur Stacheldraht und Stein. Die Menschen sind mit den Alltagsgrenzen auf vielfältige Weise umgegangen. Themen wie Konsum, Schule und Berufsfindung, die Stellung der Frau und Familiengründung sowie der Umgang und Natur werden beleuchtet. Über QR-Codes, die zum Adenauer Campus führen, bietet die Ausstellung vertiefende Informationen zu einzelnen Aspekten des DDR-Alltags.

Die einzige freie Volkskammerwahl am 18. März 1990 war ein Höhepunkt der Friedlichen Revolution in der DDR und ein deutliches Votum für die deutsche Einheit. Zum 35. Jahrestag dieser Wahl hat die Bundesstiftung Aufarbeitung 40 Videointerviews mit ehemaligen Abgeordneten veröffentlicht. Sie bieten einen einzigartigen Einblick in die turbulenten Monate zwischen März und Oktober 1990, in denen die Volkskammer zentrale Weichen für die Einheit stellte. Die Interviews ergänzen das Themenportal und sind dort und auf dem YouTube-Kanal der Bundesstiftung Aufarbeitung abrufbar. Die Interviews stammen aus dem Projekt „Die 10. Volkskammer – Erinnerungen an einen parlamentarischen Neubeginn“ der Kommission für Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien (KGParl). Das Projekt wurde durch die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur gefördert. Die vollständigen Interviews befinden sich im Archiv der Bundesstiftung Aufarbeitung.

Die Ausstellung „Frauen im geteilten Deutschland“ der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, kuratiert von der Rostocker Kulturwissenschaftlerin Clara Marz, beleuchtet anlässlich des 35. Jahrestags der Deutschen Einheit die unterschiedlichen Lebensrealitäten von Frauen in der DDR und der Bundesrepublik in den 1970er- und 80er-Jahren. Sie setzt sich kritisch mit gängigen Klischees auseinander – vom „Heimchen am Herd“ oder der „Karrierefrau“ im Westen bis zur „toughen“ Frau oder „Rabenmutter“ im Osten – und hinterfragt, wie realitätsnah solche Zuschreibungen tatsächlich waren. Die Plakatausstellung umfasst rund 20 Tafeln und wird durch QR-Codes ergänzt, die zu Videointerviews mit Expert*innen sowie zu weiteren audiovisuellen Materialien führen.

Die Beiträge im Deutschland-Archiv der Bundeszentrale für politische Bildung werden in Themenschwerpunkten gebündelt und fortlaufend um neue Artikel erweitert. Themen sind u. a. Jüdinnen und Juden in der DDR, das Wirken der Treuhand, Frauen in der DDR, Transformation und Einheit oder Außensichten auf die deutsche Einheit. Aktuelle Schwerpunkte sind: 1989/90 – Friedliche Revolution und Deutsche Einheit: Texte zu den Ereignissen des Herbstes 1989 und den langfristigen Transformationsprozessen in Ost und West; Erinnern, Gedenken und Aufarbeitung: Beiträge zur Geschichte und Praxis des Erinnerns an Kriegs und Systemopfer sowie zur Aufarbeitung politischer Unrechtsverhältnisse; Alltag, Gesellschaft und Demokratie: Analysen, wie Politik und Gesellschaft im Alltag durch die deutsch-deutsche Systemkonkurrenz geprägt wurden – sowohl in der Vergangenheit als auch heute. Im Archiv findet sich auch eine sportpolitische Afrika-Serie. Im Fokus der Serie steht u. a. der Sport als außenpolitisches Element der Afrika-Politik der DDR, verfasst von Dr. Daniel Lange. Grundlage war seine Dissertation zum Thema „Turnschuhdiplomatie“, die im wissenschaftlichen Promotionsprogramm der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur entstanden ist.