Generationengerechtigkeit im Kontext von politischer Bildung zur Klimakrise
Die globale Jugendklimabewegung der letzten Jahre wählte bewusst den Slogan „Fridays for Future“, um auf die Zukunftsorientierung hinzuweisen. Und dennoch hat die Krise auch eine Gleichzeitigkeit. Das drückt sich etwa in der Kritik von Bewegungen aus dem Globalen Süden an den Aktivist*innen for future aus dem Norden aus, die, so der Vorwurf, durch den Fokus auf die Zukunft ausblendeten, dass die Krise im Süden bereits akut ist und nicht erst auf kommende Generationen warten wird.
Die Weite der Zeitdimension drückt sich auch darin aus, dass Maßnahmen zur Eindämmung der Klimakrise immer eine Langfristigkeit aufweisen. Sie verlangen nach generationenübergreifenden Politiken und einer Geduld, die nicht mit dem schnelllebigen Aktionismus, den viele Wähler*innen von der Politik fordern, zusammenpasst.
Im Zusammenhang mit der Klimakrise ist die Frage nach Gerechtigkeit eines der zentralen gesellschaftlichen Konfliktfelder – Gerechtigkeit zwischen Ländern des Globalen Nordens und des Globalen Südens, zwischen Menschen unterschiedlicher Klassen sowie mit oder ohne Behinderung etc. Der weite Zeithorizont wirft aber auch unmittelbar Fragen nach intergenerationeller Gerechtigkeit auf, z. B.: Ist es gerecht, dass die heutigen jungen Menschen kaum Mitspracherecht haben, aber die Folgen des Handelns ihrer Eltern- und Großelterngeneration (er-)tragen müssen?