Außerschulische Bildung 1/2025

Yes, we’re open!

Ein Projekt zur Förderung trans*, inter* und nichtbinär-inklusiver Sportangebote

Trans*, inter* und nichtbinäre Personen (TIN) erfahren in sportlichen Zusammenhängen – nicht nur im Leistungssport, sondern auch im Breitensport – vielfach Ausgrenzung. Vor diesem Hintergrund wurden in dem von der Stadt Köln geförderten Projekt „Yes, we're open! Sensibilisierung in Kölner Sporteinrichtungen“ (10/2023–08/2024) Bedarfe und Erfahrungen von TIN-Personen im Hinblick auf Freizeitsport sowie Informationswünsche von Mitarbeiter*innen in Sporteinrichtungen erhoben. Die auf dieser Grundlage erarbeiteten Informationsmaterialien vermitteln Grundlegendes zum Thema trans*, inter* und nichtbinäre Identitäten und geben praktische Hinweise zum Umgang mit TIN-Personen im Breitensport. von Judy Peters, Jonas Recker und Freddie* Heithoff

Dem Breitensport, insbesondere in Vereins- und Teamkontexten, wird allgemein eine große integrative, entwicklungsunterstützende, gesundheitsfördernde und gemeinschaftsstiftende Kraft zugeschrieben. Gerade für Kinder und Jugendliche wird Sport als positiver Einflussfaktor auf die körperliche, psychische und soziale Entwicklung angesehen (vgl. z. B. Diehl/De Bock/Schneider 2014). Doch gilt dies nicht uneingeschränkt, denn Sporträume sind auch durch Ausschlüsse charakterisiert. Befördert durch das Wirken heteronormativer Wertvorstellungen entstehen diese unter anderem in Bezug auf die Dimension „Geschlecht“ (vgl. Krell/Oldemeyer 2018, S. 27 ff.).

Studien zeigen, dass queere – und ganz besonders trans*, inter* und nichtbinäre (TIN) – Personen Trans* ist ein Sammelbegriff für Personen, die nicht – oder nicht immer – das Geschlecht sind, das ihnen bei der Geburt zugeschrieben wurde. Trans* Menschen können sowohl binär (Mann oder Frau), als auch nichtbinär sein. Nichtbinäre Personen sind nicht, nicht immer oder nicht ausschließlich Mann oder Frau. Inter* oder intergeschlechtliche Personen haben angeborene körperliche Geschlechtsmerkmale, die von der Medizin nicht als typisch männlich oder weiblich eingeordnet werden. Informationen zu diesen und weiteren Begriffen sind im Glossar der weiter unten erwähnten Handreichung enthalten. im Sport mit Vorurteilen, Ausgrenzung und Ungleichbehandlung konfrontiert sind. So berichten die Autor*innen der OUTSPORT Studie: „Ein Fünftel der Befragten fühlt sich aufgrund der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität von bestimmten Sportarten ausgeschlossen. Trans* Personen fühlen sich insgesamt deutlich häufiger ausgeschlossen (56 %).“ (Hartmann-Tews/Braumüller/Menzel 2019, S. 6)

Zu vergleichbaren Erkenntnissen kommt auch eine Befragung des Erasmus+ Projekts Sport for All Genders and Sexualities (2023), in welchem Daten in mehreren europäischen Ländern, u. a. in Deutschland, erhoben wurden. Neben dem Umstand, dass aus der Gruppe der queeren Sportler*innen TIN-Personen in besonders hohem Maß über Diskriminierung und (strukturelle) Ausschlüsse berichten, lässt ein Blick in die Ergebnisse der Studie auch vermuten, dass es vielen Befragten an Wissen zu dem Themenkomplex fehlt. So merken die Autor*innen an, dass unter den Befragten deutlich mehr Zustimmung zu Stereotypen über TIN Athlet*innen formuliert wird, als zu Stereotypen über Frauen und Männer oder schwule, lesbische und bisexuelle Menschen im Sport. Dies geht einher mit einem im Vergleich größeren Anteil von Befragten, die angeben, nicht zu wissen, ob ein bestimmtes Stereotyp zutrifft oder nicht (vgl. Braumüller/Schlunski/Hartmann-Tews 2023, S. 40). Beide Studien deuten damit auf einen Bedarf für Informationen und Aufklärung über TIN-Personen im Sport hin.