Außerschulische Bildung 3/2025

Zuversicht und Vertrauen als Ressource des Aufwachsens junger Menschen

Die Perspektive des 17. Kinder- und Jugendberichts

Der Beitrag markiert die Relevanz von Zuversicht und Vertrauen in gesellschaftlichen Krisenzeiten und skizziert dabei Einsichten der Vertrauensforschung. Es wird die Perspektive des 17. Kinder- und Jugendberichts aufgerufen und herausgestellt, dass nur eine vertrauenswürdige Kinder- und Jugendhilfe Zuversicht und Vertrauen junger Menschen erhalten und stärken kann. Dabei ist die erste Leitlinie des Berichts im Blick zu behalten, die darauf hinweist, dass Kinder- und Jugendhilfe für alle jungen Menschen, aber nicht für alle gesellschaftlichen Probleme zuständig ist. Vielmehr geht es darum, junge Menschen an gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen und Entscheidungen weit über die Kinder- und Jugendhilfe hinaus zu beteiligen. von Philipp Sandermann

Vertrauen in Zeiten der Polykrise

Moderne Gesellschaften sind mit Blick auf Sicherheitsfragen zweischneidig. Einerseits haben sich in ihr über die Familie hinaus weitere Institutionen etabliert, die Menschen heute potenziell mehr Chancen auf ein sicheres Leben bieten als dies in früheren Gesellschaftsformen der Fall war. Andererseits hat die Moderne selbst zahlreiche „hausgemachte“ Krisen hervorgebracht, die das Leben unsicherer machen als früher (vgl. Giddens 2001). In den letzten Jahren ist das offensichtlicher denn je geworden. Als Beispiele lassen sich die Covid-19-Pandemie, die Klimakrise, sich neuformierende geopolitische Kräfteverhältnisse samt kriegerischer Auseinandersetzungen, ein globaler Trend zur Delegitimation demokratischer und rechtsstaatlicher Verfahrensweisen und ein struktureller Arbeitskräftemangel bei sich gleichzeitig rapide wandelnden Arbeitstechnologien nennen. Die genannten Krisen überlagern und verstärken sich zum Teil gegenseitig, weshalb auch von einer Epoche der Polykrise die Rede ist (vgl. Häckermann/Ettrich 2023).

Vor diesem Krisenhintergrund kommen Zuversicht und Vertrauen eine besondere Bedeutung zu. Diese Bedeutung lässt sich vereinfacht wie folgt ausdrücken: Je krisenhafter eine Situation ist, desto schwieriger ist es, Zuversicht und Vertrauen aufzubringen – zugleich sind Zuversicht und Vertrauen jedoch nie wichtiger als in einer krisenhaften Situation. Warum ist das so? Um dies zu verstehen ist es zunächst nötig, das wissenschaftliche Verständnis von Zuversicht und Vertrauen kurz zu skizzieren.