Außerschulische Bildung 2/2026

Zwischen Interesse und Engagement

Demokratiebildung Jugendlicher im Fokus

Der Beitrag analysiert Demokratievorstellungen und Politikeinstellungen Jugendlicher auf Grundlage der Studie „Wie sich Jugendliche Demokratie vorstellen“. Im Zentrum steht die Bedeutung subjektiver Vorstellungen für politische Lernprozesse. Die Ergebnisse zeigen ein heterogenes politisches Interesse bei gleichzeitig geringem Engagement. Jugendliche verbinden Demokratie vor allem mit Mitbestimmung, Freiheit und Wahlen. Daraus wird eine Typologie politischer Involvierung entwickelt. Für die Politische Bildung ergibt sich die Notwendigkeit, stärker an Lebenswelten anzuknüpfen, Partizipation zu ermöglichen und subjektive Perspektiven einzubeziehen, um demokratische Teilhabe nachhaltig zu fördern. von Sarah Straub, Corinna Metz, Lara Kierot und Dirk Lange

Politische Bildung soll Bürger*innen befähigen, politische Prozesse zu verstehen, kritisch zu reflektieren und sich aktiv am demokratischen Leben zu beteiligen. Besonders Jugendliche stehen im Fokus, da ihre Einstellungen und Beteiligungsformen die Zukunft demokratischer Systeme prägen. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie Politische Bildung gestaltet sein muss, um junge Menschen in einer sich wandelnden politischen und medialen Umgebung zu erreichen.

Die Studie „Wie sich Jugendliche Demokratie vorstellen“ (Straub et al. 2024) des Demokratiezentrums Wien untersucht politische Einstellungen und Demokratievorstellungen Jugendlicher mit dem Ziel, daraus Impulse für eine bedarfsorientierte Politische Bildung abzuleiten. Theoretisch knüpft sie an demokratietheoretische Ansätze (vgl. Himmelmann 2002) sowie das Konzept des Bürger*innenbewusstseins (vgl. Lange 2008) an und versteht Demokratie als politische, gesellschaftliche und lebensweltliche Praxis.

Die Ergebnisse zeigen ein heterogenes politisches Interesse bei insgesamt geringem Engagement. Gleichzeitig verbinden viele Jugendliche Demokratie mit Mitbestimmung, Freiheit und Wahlen. Daraus wird eine Typologie politischer Involvierung entwickelt, die verdeutlicht, dass Politische Bildung stärker an Lebenswelten, Interessen und Beteiligungsmöglichkeiten anknüpfen muss.