Außerschulische Bildung 4/2023

Sommerakademie „Berufsfeld politische (Jugend-)Bildung“

Schwerpunkt europäische und internationale Bildungsarbeit

Foto: EJBW

Vom 17. bis 19. August 2023 fand in der Europäischen Jugendbildungs- und Jugendbegegnungsstätte Weimar (EJBW) die Sommerakademie „Berufsfeld politische Bildung“ statt. Knapp 40 Teilnehmende – Uni-Absolvent*innen, Fachinteressierte, junge Teamende, aber auch angehende Mitarbeitende bei Trägern der politischen Bildung – nutzten die Gelegenheit, sich intensiv mit dem Arbeitsfeld internationaler politischer Bildung auseinanderzusetzen.

Die von der EJBW federführend in Kooperation mit dem AdB organisierte Woche bot umfassende Einblicke in Theorie, Themen und Praxis internationaler politischer Bildung. In zahlreichen Arbeitsgruppen und Workshops konnten sich die Teilnehmenden austauschen, konkrete Erfahrungen sammeln, Ansätze kennenlernen und vor allem mit Praktiker*innen aus der europäischen und internationalen Arbeit ins Gespräch kommen. Einige Beispiele:

  • Magdalena Geyer (Max Mannheimer Haus – Studienzentrum und Internationales Jugendgästehaus in Dachau) erläuterte im Workshop „Meeting Memory – internationaler Jugendaustausch im Kontext von NS Geschichte“ Ansätze aus der Praxis von Erinnerungsarbeit, die die Besonderheiten von Internationalen Jugendbegegnungen zur Geschichte des Nationalsozialismus fokussierte.
  • Anne Worrmann (Lernort Stadion e. V.) führte in internationale Bildungsprojekte im Kontext „politische Bildung und Sport“ ein.
  • Alexander Starostin (Bildungsstätte Bredbeck – Heimvolkshochschule des Landkreises Osterholz) stellte internationale Begegnungsarbeit und praktische Beispiele kultureller Bildungsmethoden vor.
  • Anna Müller (Jugendbildungsstätte Bremen – LidiceHaus) führte im Workshop „Internationale Jugendarbeit in der globalen Migrationsgesellschaft“ in Methoden und Austausche über globale Machtverhältnisse diversitätssensibles Lernen ein.

Weitere Referent*innen legten einen Fokus auf das Spannungsverhältnis von Begegnungsarbeit und Fragen globaler sozialer Gerechtigkeit: Hierbei ging es um Kolonialismus, Post-Kolonialismus, um rassismuskritische Bildungsarbeit, um De-Growth, aber auch um konkretes Antrags- und Projektmanagement. Mit Markus Rebitschek (EJBW), Georg Pirker (AdB), konnten sich die Teilnehmenden den verschiedenen deutschen, europäischen und internationalen Rahmenbedingungen – gesetzlichen Grundlagen etc. – nähern, die die Anknüpfungspunkte für die Profession und das Arbeitsfeld europäischer und internationaler politischer Bildung definieren.

Durch Besuche und Aktivitäten in Weimar (Gedenkstätte Buchenwald, Stadtrallye De-colonize Weimar etc.) konnte zudem die Idee des Zusammenwirkens und der Praxis außerschulischer Lernumgebungen anschaulich erfahren werden.

Die intensive Woche ermöglichte den Teilnehmenden ein fundiertes Verständnis dessen zu entwickeln, was die europäische und internationale Bildungsarbeit ausmacht. Die gute Atmosphäre und das vertrauensvolle Miteinander haben sehr zum Gelingen der Akademie beigetragen. Die Einbindung von Expert*innen aus dem Kontext der AdB-Kommission Europäische und internationale Bildungsarbeit hat die Sommerakademie zudem zu einer Verbandskooperation gemacht, die die Wichtigkeit von Austausch, Vernetzung und Kooperation für die Expertise des Verbands hat anschaulich erlebbar werden lassen.